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Grünstadter Sternstunden 2012 - 9. Konzert Der GeneralStummfilm von 1926 mit Buster Keaton live begleitet von Jogi Nestel, (Schlagwerk und Percussion) Was eignet sich besser als Filmmusik zu einer wilden Verfolgungsjagd zweier Züge als der treibende Rhythmus von zwei Bass-Drums, verschiedenen Trommeln, Becken, Woodblocks oder Cow-Bells?
Was wäre passender als ein 1 Meter großer chinesischer Gong, wenn Buster Keaton aus Versehen eine Kanone zündet? Den Regen machen südamerikanische „Rainmaker“ – das sind nicht etwa Indios aus dem Regenwald, sondern 1,50 Meter lange, mit Steinchen gefüllte Kaktusrohre. Diese Instrumente und noch viele mehr, vom Spielzeug-Schnuller bis hin zu gestimmten Metall-Plättchen (Crotales), hat Jogi Nestel im Sommer `95 für sein erstes Film-Konzert-Programm zusammengestellt, komponiert, improvisiert, und dann in wochenlanger Probenarbeit auf jede Szene und jeden Schnitt abgestimmt. So ergibt sich eine Mischung aus Kino und Konzert, in der Film und Musik wechselseitig Stimmungen und Spannung erzeugen. Die Idee einer Solo-Percussion-Performance hatte Jogi Nestel schon früher, verstärkt wurde sie durch die hervorragenden Konzerte des Bill-Frisell-Trios zu Buster Keatons Filmen; realisierbar wurde das Projekt aber erst, als die vhs Böblingen/Sindelfingen das Werk in Auftrag gab, den „General“ von Buster Keaton als Eröffnungsveranstaltung der Reihe „100 Jahre Kino“ live zu begleiten.
Der Film
USA 1926, 78 Minuten, Stummfilm s/w Regie: Buster Keaton, Clyde Bruckmann mit Buster Keaton, Marion Mack Eine der längsten, aufwendigsten und komischsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte, ein Katz- und Mausspiel zwischen dem Lokomotivführer Johnnie (Buster Keaton) und den Divisionen der Yankee-Armee. Der Film sprüht vor Situationskomik, Slapstick und waghalsigen Stunts, - alle mit Buster Keaton ohne Double selbst gedreht,- er enthält wunderschöne Spannungsbögen und einen Schuss Melancholie, Kennzeichen der unverwechselbaren Schauspielkunst Buster Keatons. Nicht zu vergessen die berühmte Szene, in der ein ganzer Zug von der brennenden Brücke stürzt, auch hier kein Computer-Animations-Trick: die Lokomotive im Fluss war noch Jahre später eine Touristen-Attraktion.
Buster Keaton Anläßlich seines 100. Geburtstags nannte die Süddeutsche Zeitung Buster Keaton den Philosophen unter den Komikern. Der Mann, der niemals lachte – eigentlich Joseph Francis Keaton, wurde am 4. Oktober 1896 in Pickway (Kansas) geboren und starb am 1. Februar 1966 in Hollywood. Er war zunächst Zirkusartist – bereits mit 4 Jahren stand er mit seinen Eltern in der Manege - und ging 1912 zum Film. Ab 1919 agierte er als Hauptdarsteller und Regisseur zahlreicher Stummfilmkommödien. Filmographie (Auswahl): 1921 Das Bleichgesicht 1924 Sherlock Holmes jr. 1924 B.K., Der Cowboy 1925 Der Killer von Alabama 1926 Der General Memoiren 1960 My wonderful world of Slapstick
Jogi Nestel (Schlagwerk und Percussion) Jogi Nestel war schon früh durch den Unterricht beim Afro- und Balafon-Spezialisten Gert Kilian mit vielen Percussion-Instrumenten und verschiedenen Musik-Kulturen in Kontakt gekommen. Musikalische Ausbildung: Nach zwei Semestern an der Swiss Jazz School, Bern, Wechsel an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Stuttgart, zu Pierre Favre mit Diplom-Abschluß 1992. Danach, ebenfalls bei Pierre Favre, erster Absolvent eines künstlerischen Aufbaustudiums im Fachbereich Jazz/Pop-Schlagzeug mit Solisten-Abschlußprüfung. Projekte: Seit 1982 Tourneen in verschiedenen europäischen Ländern mit Rundfunk- und Fernsehmitschnitten. u.a.:
Sonntag, 23. 9. 2012Beginn 18:00 Uhr, Einlass 17:45 Uhr Europa Kino Grünstadt Jakobstr. 15 a, 67269 Grünstadt
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