Rendezvous – Begegnung mit Komponistinnen aus drei Jahrhunderten

Grünstadter Sternstunden – 8. Konzert 2010 –

Jörg Waschinski, „Die männlichste Sopranstimme der Gegenwart“ zu Gast in Grünstadt

Auf Einladung des Kulturvereins und der Gleichstellungsbeauftragen Grünstadt gibt der international gefeierte Sopranist Jörg Waschinski am Freitag, den 3. September 2010 ein Konzert in der Friedenskirche.

 

Das 8. Konzert der „Grünstadter Sternstunden“ 2010 wird vom Kultursommer Rheinland-Pfalz gefördert. Unter dem Titel Rendezvous - Begegnungen mit Komponistinnen aus drei Jahrhunderten bringt der Sänger zusammen mit der Flötistin Christiane Meininger und ihrem langjährigen Pianisten und Kammermusikpartner Rainer Gepp, Werke von Amy Beach, Lili Boulanger, Franghiz Ali-Zadeh und Clara Schumann zur Aufführung.

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Der Sopranist Jörg Waschinski gehört zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen in der internationalen Musikwelt. Mit seiner perfekt entwickelten Gesangstechnik und außergewöhnlichen Interpretationsgabe meistert der Sänger die anspruchsvollen, manchmal halsbrecherischen Kunststücke barocker Arien ebenso wie die tiefromantischen Liedkompositionen Clara Schumanns. Dabei besticht seine Sopranstimme durch eine Fülle, die ihren besonderen Reiz gerade dadurch erhält, dass sie letztlich unverkennbar männlich timbriert bleibt.

 

Christiane Meininger und Rainer Gepp sorgen für mehr als nur stimmungsvolle Atmosphäre, sind dem Sänger kongeniale Partner in einem faszinierenden Programm kammermusikalischer Kostbarkeiten.

 

Als einen besonderen Höhepunkt bietet das Konzert die Aufführung eines Werkes von Elisenda Fábregas. Die spanische Komponistin hat ihre Gacelas de Amor eigens für Jörg Waschinski komponiert.

 

Elisenda Fábregas (1955) zählt international zu den profiliertesten Komponistinnen. Inspiriert von Jörg Waschinskis betörender Stimme hat die Komponistin in ihrem neuen Werk Gacelas de Amor erotische Gedichte von Federico Garcia Lorca vertont. Dabei bringt die von ihr gewählte Instrumentierung für Flöte und Klavier in ganz besonderer Weise sowohl die verzweifelten als auch leidenschaftlichen Seiten der Liebe zum Klingen.

 

Neben der Aufführung des Werkes von Elisenda Fábregas stehen romantische Liebeslieder von Clara Schumann und der amerikanischen Komponistin Amy Beach (ein Geheimtipp!), die Instrumentalstücke Nocturne und D'un matin de printemps von Lili Boulanger sowie die orientalischen Aquarelle der Aserbaidschanerin Franghiz Ali-Zadeh auf dem Programm.

 

Jörg Waschinski, Sopranist2010-09-03-jwaschinski-klein

Der in Berlin geborene Jörg Waschinski steht für die dritte Generation der Sänger im Counter-Fach. Als erster männlicher Sopran studierte Waschinski bei Prof. Renate Faltin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin Gesang. Dieses professionelle Studium ergänzten Meisterkurse, u.a. bei Peter Schreier, Elio Battaglia und Barbara Schlick, sowie die regelmäßige stilistische Arbeit mit Scot Weir. 1996 gewann Waschinski beim Internationalen Johann-Heinrich-Schmelzer-Wettbewerb und erhielt den Sonderpreis beim Bundeswettbewerb Gesang in Berlin. "Der renommierte junge Sänger ist eine Ausnahmeerscheinung - nicht allein wegen der seltenen Stimmlage, sondern auch wegen seiner künstlerischen Kompetenz, die ihn zu einem in ganz Europa gefragten Opern- und Konzertsänger gemacht hat".

In großen Opernpartien, darunter Xerses aus der gleichnamigen Oper von G. Fr. Händel am Stadttheater St. Gallen 1998, Nero aus der Monteverdi-Oper L'Incoronazione di Poppea 2000/2001 in der Staatsoper Hannover oder David aus dem Händel-Oratorium Saul in den Inszenierungen der Oper Bonn 2000 und des Mainzer Staatstheaters 2001, zeigte Waschinski sein dramatisches Talent auf der Bühne und avancierte zum Favoriten bei Publikum und Kritikern. Die Zeitschrift Opernwelt kürte ihn zum Nachwuchssänger der Spielzeit 1999/2000 und bereits in der folgenden Saison wurde Waschinski für seinen Nerone in der Staatsoper Hannover und seinen David in der Oper Bonn als bester Sänger der Spielzeit 2000/2001 nominiert.

Verlorengeglaubte Partien der legendären Barock-Kastraten gehören ebenso zu seinem Repertoire, wie die Werke der Frühklassik bis hin zu Mozart (z.B. Cherubino, Sextus, Aminta). Erfolgreiche Konzerte und Aufführungen mit Musik aus der Romantik, der Moderne sowie zeitgenössischer Kompositionen zeigen, dass der junge Sänger nicht auf eine bestimmte Epoche eingeschränkt ist. Insofern versteht sich Waschinski auch als Grenzgänger, wie in der szenischen Produktion von Kurt Weills Die Sieben Todsünden mit Startänzer Gregor Seyffert, wo Waschinski den Part der Anna I sang, tanzte und begeisterte.

Seine Engagements führen Jörg Waschinski mit so namhaften Dirigenten wie Ton Koopman, Frieder Bernius, Reinhard Goebel. Michael Hofstetter, Jos van Veldhoven, John Fiore und Christoph Spering und anerkannten Regisseuren wie Philipp Himmelmann, Dietrich Hilsdorf, Georges Delnon, Franziska Severin oder Dietmar Seyffert zusammen.

Unter den zahlreichen CDs mit Jörg Waschinski seien besonders erwähnt, die mit dem Echo-Klassik-Preis ausgezeichnete Operneinspielung Endimione von Johann Christian Bach unter Bruno Weil, die Einspielung des Oratoriums Giob von Carl Ditters von Dittersdorf unter Hermann Max, die den Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2002 erhielt, sowie die Aufnahme von Pergolesis Stabat Mater zusammen mit Michael Chance unter Helmut Müller-Brühl, durch die erstmals eine Interpretation durch zwei Männerstimmen einer größeren Hörerschaft zugänglich ist.

In Kürze erscheint eine Solo-CD mit neuen, speziell für einen männlichen Sopran geschriebenen Werken des französischen Komponisten und Glasharmonika-Virtuosen Thomas Bloch.

 

Christiane Meininger, Flöte2010-09-03-cmeininger-klein

Christiane Meininger studierte bei Prof. Ricarda Bröhl an der Musikhochschule Aachen und profilierte sich als Meisterschülerin von Severino Gazzelloni an der Accademia Musicale Chigiana in Siena / Italien. Sie gründete mehrere Kammermusikensembles, darunter das Meininger-Trio (Flöte, Violoncello, Klavier), das sich in wenigen Jahren einen hervorragenden Ruf erworben hat.

Besonders wichtig für die Flötistin ist die Verwirklichung musikalischer Ideen und der damit verbundene schöpferische Austausch mit ihren Kammermusikpartnern und den Komponistinnen und Komponisten. So entstehen immer neue originelle Projekte und vor allem: wunderbare neue Musik für die klanglich vielfältigen Möglichkeiten ihres Instruments, die etablierte Tonschöpfer aus der ganzen Welt ihr und ihren Ensembles widmen.

 

Rainer Gepp, Klavier2010-09-03-rainergepp-klein

Rainer Gepp studierte in Köln bei Tiny Wirtz und als Stipendiat der französischen Regierung bei Pierre Sancan und Thierry de Brunhoff in Paris. Vielfältige Anregungen erhielt er in Meisterkursen bei Claudio Arrau, Tatjana Nikolewa und Vitalij Margulis sowie durch die persönliche Begegnung mit Peter Feuchtwanger und seinem künstlerischen und pädagogischen Konzept. Er ist Preisträger im Concours International de Piano d’Epinal 1971; Concurso Internacional Maria Canals, Barcelona 1973.

Neben dem Solorepertoire pflegt Rainer Gepp die bedeutende Kammermusikliteratur in den unterschiedlichsten Besetzungen, z.B.im Arcadia Trio (Violine, Violoncello, Klavier) und im Arion Trio (Sopran, Horn Kl.). Zahlreiche Tourneen führten ihn durch Europa und vor allem auch durch die USA., wo er u.a. in der Carnegie Hall, New York gastierte.

Rundfunk- und CD-Produktionen (u.a. alle Klaviertrios von Beethoven sowie seinen Ensembles gewidmete Werke zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten) dokumentieren seine künstlerische Vielseitigkeit.

 

Neue CD Rendezvous - Lieder der Belle Epoque.

Phoenix Editions mit Sopranist Jörg Waschinski und dem Meininger-Trio

Lieder und Kammermusik von Amy Beach (1867-1944)

 

Ebenfalls bei Phoenix Editions erschienen:2010-09-03-kuso-label_4c

CD Ich stand in dunklen Träumen – Lieder von Clara Schumann mit Jörg Waschinski und dem AULOS-Streichquartett Berlin

 

 

Freitag, 3. September 2010

Beginn: 20:00 Uhr

Einlass; 19:15 Uhr

Friedenskirche Grünstadt

Neugasse 28

 

 

 
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